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Saturday, 18. November 2017
   
kurtflechsenhar

 
Leichtmatrose auf der SANTA ISABEL 1966/67 - 27/04/2017 13:22 SANTA ISABEL 1
Im Herbst 1966 stieg ich als Leichtmatrose auf der SANTA ISABEL ein. Matrose war damals ein Ausbildungsberuf mit 3 Jahren Lehrzeit und anschließender Matrosen-prüfung. Ein Leichtmatrose war ein Azubi im 3. Lehrjahr.
Die SANTA ISABEL war ein altes, langsames Schiff, aber sehr gemütlich. Sie gehörte zu den ersten Neubauten nach dem Krieg und war noch unter alliierten Auflagen gebaut. Sie hatte nur eine schwache Maschine und die Technik war altmodisch. Die Decksgäng wohnte hinten in der Poop, in der Bordsprache „Hotel zu Schraube“ genannt, denn die machte ein immerwährendes mahlendes Geräusch und verursachte größere Vibrationen, die sich steigerten, wenn die Schraube bei hohem Wellengang teilweise oder ganz aus dem Wasser ragte.
Auch diente die SANTA ISABEL als Ausbildungsschiff. Das bedeutete, die mindestens vier Vollmatrosen, die lt. Vorschrift an Bord sein musste, waren als OA (Offiziersan-wärter) gemustert und hatten vor-wiegend auf der Brücke zu tun. Sie wohnten mitt-schiffs und waren Mitglieder der Of-fiziersmesse.
Die Decksarbeit wurde von etwa 12 Junggraden (Azubis) erledigt, von denen die Leichtmatrosen die “Erfahrenen“ waren. Wir hatten auf der langen Überfahrt täglich zwei Stunden Unterricht bei einem Offizier und lernten z. B. etwas über die Kräfte am Ladegeschirr, Signalflaggen, Wetterkunde, Geographie usw. Dafür wurde unsere Ausbildungszeit um 6 Monate verkürzt. Ein besonders tüchtiger Bootsmann, das ist eine Art Meister, stand uns vor.
Nun hört sich das alles sehr militärisch an. Aber außer den gemeinsamen Bezeich-nungen hat das gar nichts mit dem “grauen Schornstein“ zu tun. In Wirklichkeit war das ziemlich locker.
Wie ich bald erfuhr, sollte die kommende Reise in Charter für die HAPAG rund um Südamerika gehen, d. h. die brasilianische und argentinische Küste runter, durch die Magellan Straße, dann die chilenische und peruanische Küste hoch und durch den Panama Kanal nach Hause. Na, denn man tou!
Bordseitig für die Ladung zuständig war der Supercargo, der als Vertreter des Charterers mitreiste. Das war der junge 2. Offizier T., ein netter und humorvoller Kerl. Ich sah seinen Namen später öfters als HAPAG-Kapitän, der vom Seewetteramt für sein Schiff eine Routenberatung anforderte.
Wir liefen noch Bremen, Rotterdam und Antwerpen an und setzten dann zum großen Seetörn an. Und das war gut. In Europa war das Wetter stürmisch, regnerisch und brrr.
Aber jetzt wurde es von Tag zu Tag wärmer, so wie auch ich mit den neuen Kameraden und dem Schiff allmählich warm wurde.
Die SANTA ISABEL war von altmodischer Technik, da gab es für mich seemännisch viel zu erlernen. Der Bootsmann zeigte uns Zierknoten und andere seemännische Fertigkeiten. Da keine Vollmatrosen für die Arbeit an Deck zur Verfügung standen, wurden wir Leichtmatrosen mit anspruchsvolleren Tätigkeiten betraut.
Dieses Schiff hatte nicht nur eine altmodische Technik, es war auch wirklich alt. Der Zahn der Zeit hatte schon viel an- und durchgenagt. An manchen Stellen war der Stahl durchgerostet, es zeigten sich Löcher im Metall. So war es einmal meine Aufgabe, den oberen Teil des hinteren, sehr hohen Mastes zu malen. Etwa 2 m unter dessen Spitze


















auf halber Höhe brach und das schwere lose Ende herunterstürzte wobei es mich glücklicherweise nur streifte.
Auf hoher See wurde ein großer Teil der Besatzung von einer Durchfallerkrankung erfasst. Nach drei Tagen war der Durchfall wieder vorbei, trotzdem war das sehr lästig.
Dann war eine Zeitlang morgens das Trinkwasser versalzen. Im Laufe des Vormittags besserte sich das und das Wasser schmeckte wieder, doch am nächsten Morgen war es wieder salzig. Daher gab es zum Frühstück statt Kaffee immer Bouillonbrühe, und das in den Tropen. Nach mehreren Wochen fand man den Fehler. Der Kreiselkompass wurde normalerweise mit Frischwasser gekühlt. Es gab aber auch eine Notkühlung mit Seewasser. Die hatte wohl jemand ausprobiert und dann vergessen, das Absperrventil des Seewasserrohres wieder zu schließen. So drang nachts, wenn wenig Frischwasser verbraucht wurde, Seewasser in das Frischwassersystem.
Wir brauchten drei Wochen, bis wir Recife in Nordostbrasilien erreichten. Von dort ging es weiter nach Buenos Aires, wo ein Lotse für die Magellan Straße an Bord kam.
Der nächste Hafen war neu für mich: Punta Arenas am Eingang der Magellan Straße. Wir lagen über eine Woche dort. Damals wirkte die Stadt sehr verschlafen. Die einzige Verbindung zur Außenwelt wurde mit einem chilenischen Postschiff aufrechterhalten. Ein Nachtleben gab es nur im Verborgenen. Wir löschten dort so allerhand Konsumgüter, Medikamente, Fernseher usw.
Thomas ging kaum ohne seine Gitarre an Land, spielte und sang Lieder in Bars und Kneipen. Er hatte ein großes Repertoire, das mehrere Sprachen umfasste. Manchmal
Bei der Reise vorher, die auch durch die Magellan Straße hin, und den Panamakanal zurück ging, war auf See ein Feuer ausgebrochen. Die Situation war kritisch, ein Teil der Besatzung saß schon in den Booten. Aber ein Trupp, darunter auch einige meiner Kameraden, blieb an Bord und bekämpfte das Feuer erfolgreich. Das Schiff war gerettet, nur der Passagierbereich war ausgebrannt. Dafür wollten sich Reederei und Kapitän bedanken.
Die gesamte Besatzung wurde zum Feiern eingeladen. Unser Kapitän sagte, es dürfe ruhig ´was kaputt geh´n, wird alles bezahlt. Ein uralter Bus brachte uns hoch in die Berge zur Hütte eines Ski-Clubs. Der chilenische Kapitän des Postschiffes war auch mit gekommen. Es gab gegrilltes Fleisch en Mas, Bier und Wein flossen in Strömen. Das weibliche Geschlecht wurde leider nur von der Köchin und der Kellnerin repräsentiert, aber es war auch so eine gelungene Feier. Bald waren die Stimmbänder so gut geölt, dass Lieder angestimmt wurden. Bei Shanties war unser Kapitän der Vorsänger. Ein Phänomen war der chilenische Kapitän. Er konnte kein Deutsch, aber er konnte viele Nazi-Lieder auf Deutsch singen. So erklang in der klaren Luft der Kordilleren so manche Weise, die in Deutschland Polizei und Verfassungsschutz auf den Plan gerufen hätte – zumindest heute, damals wohl eher nicht. Wir waren alle guter Stimmung, als uns irgendwann in der späten Nacht der Bus wieder zurück brachte.
Das Postschiff sollte eigentlich vormittags auslaufen. Aber es verzögerte sich und wurde später Nachmit-tag, bis deren Kapitän wieder ansprechbar war.
Nach einigen Tagen liefen wir auch aus und steuerten zwei Tage lang durch die Magellan Straße. Die Landschaft dort ist umwerfend schön. Es machte Spaß, erforderte aber auch höchste Konzentration, am Ruder zu stehen und den auf Spanisch gehaltenen Kommandos des Lotsen zu vertrauen, der uns durch das zerklüftete Labyrinth leitete. Man sah rosa oder türkis schimmernde Gletscher von den Berghängen herunter kommen. Manchmal glitt das Schiff nur wenige Meter an einer steil im Wasser versinkenden Felswand vorbei. Öfters fuhren wir geradewegs auf eine Insel zu, bis der Lotse im letzten Moment das erlösende Ruderkommando gab.
Der nächste Hafen hieß Chacabuco und lag am Ende eines tiefen Fjords, in der Nähe der Stadt Puerto Aisen. Der Ort bestand nur aus ein paar Hütten, in der Nähe war eine Mine. Die Pier war nur etwa 50 m lang und reichte gerade für das Ausbringen der Gangway und für das Arbeiten an einer Luke. Vor- und Hinterschiff reichten weit über die Pier hinaus. Die Festmacheleinen wurden an Bäumen befestigt, dazu mussten erst einige Kühe weggetrieben werden.
Es gab einen Traktor mit Anhänger, der das Erz von der Mine zum Schiff brachte. Es war in kleine Säcke gefüllt, die mit unserem Ladegeschirr übernommen wurden. An Bord wurden die Säcke aufgeschnitten und der Inhalt in den Laderaum gekippt. Ein langwieriges Unterfangen, dementsprechend lang war die Liegezeit. Aber die Gegend dort war wunderschön.
Wir liefen noch einige Häfen in Südchile mit kürzeren Liegezeiten an. In einem dieser Häfen mieteten wir uns für einige Dollars von einem Indio Pferde und ritten einige Kilometer am Strand entlang, bis wir zu einer Kneipe kamen. Wir befestigten die Halfter an der dafür vorgesehenen Querstange und kehrten ein. Es war wie im Wildwestfilm, und wir fühlten uns wie Cowboys.
Thomas schrieb mir kürzlich: Zum Beispiel hatte ich vergessen, dass bei unserem Bordbrand schon einige Leute in den Rettungsbooten saßen. Ich glaube aber nicht, dass ich dazugehörte. Auch an die Feier hoch in den Bergen kann ich mich kaum erinnern. Ich muss wohl dauernd alkoholisiert gewesen sein. Woran ich mich aber besser erinnern kann ist die Geschichte mit dem Radiosender "Ibanez" auf dem Uwe und ich "live" internationale Lieder von uns gegeben haben, u.a. auch ein paar Beatles Songs. Die Kadetten die an diesem Tag außenbords auf den Stellagen Rost stechen mussten, hatten ihre Radios in den Bullaugen und hörten uns zu. Die schriftliche Empfehlung vom Radio Ibanez an einen größeren Radiosender in Santiago de Chile ist immer noch in meinem Besitz. - Die Pferdegeschichte habe ich noch in guter Erinnerung denn sie hätte mich bald meinen Kopf gekostet. Als ich nämlich in vollem Galopp (ohne Sattel muss ich anmerken) um eine Ecke bog, bemerkte ich einen Stacheldraht der quer ueber einen Pfad gespannt war. Wie ein Verrückter riss ich an der Mähne um das Pferd zum Stillstand zu bringen. Am Ende lag ich rückwaerts auf dem Ruecken des Gauls mit dem Stacheldraht um meine Kehle. Bis auf ein paar kleine Blutstropfen bin ich dabei noch einmal mit einem blauen Hals davongekommen!
Wo wir bei dem Thema der Santa Isabel sind, da es mein erstes Schiff in meiner Karriere als Seemann war habe ich hier einen sehr bekannten Maler, der sich auf Marinekunst spezialisiert beauftragt, das Bild von der Santa Isabel zu malen, (mit dem Hintergrund von Rio)welches ich Dir im Anhang beifuege .Die Lotsenbruederschaft hat die Kosten dafuer ubernommen und hat es mir zu meiner Pensionierung zum Geschenk gemacht.





SANTA ISABEL 2
Über Weihnachten lagen wir in Valparaiso. Dort war Hochsommer, heiß und trocken. Der Koch machte zur Weihnachtsfeier heißen Punsch und legte einen Block Eis hinein.
Am ersten Weihnachtsfeiertag war arbeitsfrei und viele von uns fuhren mit dem Bus in den Nachbarort Vinha del Mar zum Baden an den Strand. Irgendwann sah ich unseren Kapitän mit einem hübschen Mädchen Ball spielen. Plötzlich warf er mir den Ball zu mit den Worten: „Spiel du mal mit der Kleinen weiter, Felix, ich bin schließlich verheiratet.“ So lernte ich Julia kennen. Am nächsten Nachmittag trafen wir uns nochmal, aber einen Tag später liefen wir aus und ich kam nie wieder dahin.
Dann ging es weiter die chilenische und peruanische Küste hoch, wobei wir noch etliche Häfen anliefen. Wir luden Erze und Fischmehl. Irgendwo liefen wir auch eine Walfänger Station an und übernahmen Walöl. Dieser Hafen bestand nur aus wenigen Gebäuden und einigen Tanks. Ehe die in Sicht kamen, waren sie schon zu riechen. Der Geruch wurde mit Annäherung immer intensiver, zuletzt lag ein infernalischer Gestank in der Luft, der, so schien es, sogar zu sehen war.
In einigen Häfen luden wir Fischmehl in Papiersäcken. Diese Art Ladung neigt zur Selbstentzündung und muss gut belüftet werden. So hatten wir darauf zu achten, dass die Vorgaben des Supercargo eingehalten und genug Belüftungsschächte von den Schauerleuten frei gehalten wurden.
In einem Hafen luden wir Kupferkonzentrat. Das ist angereichertes Kupfererz, das schon einen wesentlich höheren Kupferanteil in sich birgt. Das Erz wurde in den Laderaum geschüttet und bildete dort einen Kegel. Am nächsten Tag auf See erhielten wir den Auftrag, diesen Erzkegel einzuebnen, damit noch andere Ladung auf das Erz gestaut werden konnte. Mit Schaufeln bewaffnet stiegen wir in den Laderaum und machten uns an die Arbeit. Das war weitaus schwerer als gedacht. Das Kupferkon-zentrat war sehr schwer und ließ sich nur mit Mühe schaufeln. Bald war die Luft mit dichtem Kupfererz Staub erfüllt, den wir ungeschützt einatmeten. Nach wenigen Minuten zeigten sich Vergiftungserscheinu ngen, wir fingen an zu würgen und zu spucken, einige übergaben sich. Wir kletterten an Deck um frische Luft zu schnappen. Hochmotiviert wie wir damals noch waren, verweigerten wir nicht etwa die Arbeit, sondern machten weiter, indem die eine Hälfte von uns schaufelte, während die andere Hälfte an Deck frische Luft atmete, Ablösung alle zehn Minuten. So gelang es uns tatsächlich, den Kupfererz Kegel einzuebnen. Am nächsten Tag kamen ein Teil wegen Fieber und Vergiftungserscheinu ngen nicht aus der Koje hoch, die anderen schlichen mit Puddingknien über Deck. Aber nach drei Tagen ging es allen wieder gut.
Wir blieben mehrere Wochen an dieser Küste. Die Häfen sahen sich alle ähnlich. Es waren kleine Nester, die in der heißen, prallen Sonne vor sich hin dösten. Auf Telegrafenmasten oder kahlen Bäumen hockten Geier. Hinter den Städtchen sah man steile Berghänge. Die Landschaft war ockerfarben, braun, gelb oder grau, grün sah man nicht.
Vor der Küste von Peru bewegten wir uns in dem kalten Humboldt-Strom und fuhren durch dichten Nebel.
Weiter nach Norden fahrend ließen wir die trockenheiße Klimazone hinter uns und gerieten nachts sehr schnell in schwere Tropengewitter. Der Regen blatterte in Sturzbächen nieder, die Sicht war gleich 0. Aber wir hatten ja Radar. Das Brückenhaus der SANTA ISABEL war aus Holz. Dieses Holz war wochenlangem Sonnenschein ausgesetzt und hatte sich zusammen gezogen. So begann es erst zu tropfen, bis es bald an vielen Stellen in der Brücke durchleckte. Es ist lästig, am Ruder zu stehen und es tropft einem ständig in den Nacken. Aber ein Mensch kann das überstehen. Nicht so das Radargerät. Es beantwortete die Tropfenattacke mit einem hellen Lichtbogen und erlosch dann vollständig.
Dann erreichten wir Buenaventura in Kolumbien, unser letzter Hafen auf dem süd-amerikanischen Kontinent. Diese Stadt ist heute zu 100% in der Hand von Drogen-kartellen und anderen kriminellen Gruppen, damals nur zu 90%. Das hinderte uns aber nicht daran, dort ein Vergnügungsviertel aufzusuchen, das von Seeleuten nur Schanker-Hill genannt wird. Da es zu Fuß dorthin zu gefährlich war, fuhr man die kurze Strecke mit dem Taxi. Auf Schanker-Hill hatte Hans, ein Deutscher, eine Kneipe, wo ein Cuba-Libre etwa 25 Pfennig kostete.
Dort wollte Holsten-Hermann einen Rettungsring der SANTA ISABEL aufhängen. Holsten-Hermann konnte nur selten geradeaus gucken, in dieser weit fortgeschrittenen Tropennacht schon gar nicht. Mit einer von irgendwoher organisierten Leiter bewegte er sich orientierungslos durch die Kneipe, stieß immer wieder gegen den sich drehenden Deckenventilator und musste dadurch mit dem Gleichgewicht kämpfen. Merkte aber nicht warum. Die wie wild durch die Kneipe schwingende Leiter strich mehrmals bedenklich nahe über die Köpfe, was allgemeines Gekreische und Protestgejohle auslöste. Das brachte Stimmung. Nach etwa 40 Jahren traf ich Hermann wieder. Er war inzwischen Vorsitzender eines Traditionsvereins in Norddeutschland.
Nach drei Tagen liefen wir wieder aus fuhren durch den Panamakanal und über den Atlantik nach Europa, wo wir Antwerpen, Rotterdam und Bremen anliefen, ehe wir wieder in unserem Heimathafen Hamburg festmachten. Dort wurde der letzte Teil der Ladung gelöscht, die Laderäume gereinigt und wir gingen aus der Charter. Inzwischen war Frühling in Europa. Viele musterten ab und neue Gesichter, die ich zum Teil schon kannte, tauchten an Bord auf. Während der ziemlich langen Liegezeit in Hamburg richteten Handwerker Salon und Passagiersbereich wieder her, von den Brandschäden war nichts mehr zu sehen.
In Chile hatten wir auch Kupferbarren geladen, die in Hamburg in eine Schute gelöscht wurden. Als wir dann vom HAPAG Schuppen 70 zum Hamburg-Süd Schuppen 51 verholten, folgte uns diese Schute, wir luden diese Barren erneut und brachten sie nach Brasilien, wo die kommende Reise hin gehen sollte. Irgend Einer verdiente bestimmt an diesem überflüssigen Transport.
Wir verließen Hamburg, liefen noch einige anderen Häfen in Europa an und fuhren wieder über den Atlantik, wo wir die Häfen Recife, Bahia, Rio und Santos bedienten, die ich gut kannte.
In Santos nutzte ich die Gelegenheit und besuchte Mi, von der ich über 6 Monate nichts gehört hatte.
Ein großer Schrank in unsrer Messe war immer verschlossen. Als einer den Schlüssel dazu auftrieb und wir ihn öffneten, fanden wir darin einige blauen und weißen Jumper (Matrosenblusen) und Jollies (runde Matrosenkäppis). Wir zogen sie aus Jux an und gingen so in Santos an Land. Es ergab sich, dass die blau Gekleideten die Weißen betont unterwürfig bedienten. Sie hielten die Türen vom Taxi offen, servierten Getränke auf der Terrasse vom Hotel Atlantico usw. Die Passanten staunten und wir erregten Aufsehen.
Dann kamen die Häfen Itajai, Sao Francisco do Sul, Rio Grande do Sul und Porto Alegre, die neu für mich waren.
In Rio Grande saßen einige von uns an der Wasserseite auf Stellagen und entrosteten die Bordwand. Eine Stellage ist ein etwas breiteres Brett, das an beiden Enden mit Querholmen versehen ist und mit dickeren Tampen ausgehängt wird, so dass ein bis zwei Mann stehend oder sitzend darauf arbeiten können. Wir saßen auf solchen Stellagen, wobei unsere Füße nur wenig oberhalb der Wasseroberfläche baumelten. Der Hafen von Rio Grande ist nur durch eine Mole von der offenen See getrennt. Plötzlich kräuselte sich die Wasseroberfläche im Hafenbecken und ein Fisch sprang senkrecht vom Wasser in die Höhe. Sogleich tauchte ein mächtiger Kopf darunter auf, ein mit spitzen Zähnen versehener Rachen öffnete sich, der Fisch fiel in das geöffnete Maul, das sich sogleich wieder schloss und der Kopf untertauchte. Dieser Vorgang wiederholte sich mehrmals. Es war eine Gruppe Orcas auf der Jagd. Schnell zogen wir die Beine an, stellten uns auf der Stellage auf und kletterten an Deck. Für heute war genug.
Nach Porto Alegre gelangt man nach 24 stündiger Fahrt eine Süßwasserlagune hoch, die bei Rio Grande ins Meer mündet. Diese Lagune ist sehr flach und nur für kleinere Schiffe geeignet. Damit die SANTA ISABEL da hoch kam, ließen wir etliche bewegliche schwere Teile des Schiffes in Rio Grande, und fluteten den vorderen Laderaum etwas, damit der Bug tiefer und so das Heck höher kam. Die Fahrt durch die Lagoa dos Patos (Entensee) ist besonders kurz vor Porto Alegre sehr reizvoll.
In Porto Alegre musste KF ein paar Tage ins Krankenhaus. Es war ein deutsches Hospital und er freundete sich mit einigen jungen Lehrkrankenschwester n an. Als wir eine Reise später wieder dieselben Häfen anliefen und auch nach Porto Alegre kamen, durften wir in der Mannschaftsmesse eine Party veranstalten und die Mädchen dazu einladen. Dazu richteten wir die Messe partymäßig her. Damit alles gesittet zuging und wir nicht mit einem Mädchen auf Kammer verschwanden, mussten wir unsere Kammern abschließen und die Schlüssel dem 1. Offizier aushändigen.
Zwei VW-Busse, jeder mit einer Nonne am Steuer, fuhren vor. Und jeder Bus spuckte eine Anzahl Mädchen aus. Eine der Nonnen entpuppte sich als humorvolle Frau, der anderen sah man an, dass sie sich nicht wohl fühlte. Anfangs war die Stimmung sehr gehemmt, dann wurde es lockerer. Die beiden Nonnen sowie ein Schiffsoffizier, die an der Fete teilnahmen, bremsten aber die Stimmung. Es ergaben sich dennoch einzelne zarte Bande, die am nächsten Tag sowie während der folgenden Reisen fester wurden. Die beiden Nonnen drängten um 22.00 Uhr ihre Mädchen zum Aufbruch. Und wir gingen zum ungebremsten Feiern an Land.
Im August 1967 waren wir wieder in Hamburg, ich musterte ab und machte über drei Monate Urlaub. Anschließend bestand ich die Matrosenprüfung. Arbeiten an Deck ist eine stressfreie Tätigkeit. Obwohl ich mich dabei ganz wohl fühlte und damals gar nicht mehr weiterkommen wollte, war ich dann doch ganz froh, dass damit die erste Sprosse auf der Karriereleiter erklommen war.
Von der SANTA ISABEL habe ich immer noch Kontakt zu Ulli, Thomas, KF und Stephan. Auch Bootsmann Günther Ebeling ruft manchmal an.
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