Nach GTMS Fritz Heckert lernte ich auch gleich das Gegenteil eines "Musikdampfers" kennen.
an der Apatit-Pier Hafenbecken B des Überseehafens.
(Apatit ist ist ein Phosphatmineral und wurde als Schüttgut geladen.
Es staubte recht ordentlich wenn es trocken war.
Bei Regen bildete sich eine schmierige Schlammschicht.
Das weiße Pulver kam durch alle Ritzen und man konnte es auch
im "guten Anzug" aus den Taschen holen.)
Wir schreiben den 30.07.1965 als ich anmusterte.
Kapitän war damals Hermann Westphal.
Eigentlich sollte es nur eine kurze Überbrückungszeit von 4 Wochen werden, denn ich gehörte zu der Übernahmecrew für das gerade von Norwegen gekaufte MS Weisseritz (Fahrtbereich Süd-Levante). Eigentlich ideal. Aber nach 3 Monaten war die Levante-Fahrt vorbei und der Bereich Massengutschiffahrt der DSR hatte mich wieder fest im Griff.
Es begann mit der Übernahme von MS Brandenburg in Schweden. Hier lernte ich auch meine spätere Frau Ingelore kennen. Sie war auf dem Schiff als Stewardess tätig und eine wunderbare Fahrzeit fing für mich an. Wir fuhren dann auch weiter zusammen auf MS Senftenberg. Es war inzwischen Sommer 1966. Die Patenstadt des Schiffes war natürlich Senftenberg. In der LPG ist auch "Matzi" das Bordschwein geboren und es wurde als kleines Ferkel dem Patenschiff zur weiteren Pflege geschenkt.
Das Ferkel bekam seinen Stall unter der Back in der gefliesten Toilette. Es hatte seinen Auslauf auf dem langen Hauptdeck des Schiffes. Die "Kupferbolzen" lagen ordentlich an Deck und da sowieso öfter Deck gewaschen werden musste gab es auch keine Probleme. Und da jeder Seemann bekanntermaßen auch sehr Tierlieb ist, kümmerte sich die ganze Besatzung um "Matzi". Die Deckswache brachte täglich das Futter, der Zimmemann war für den Ausgang und die Hygenie da. Nur bei Seegang wurde der Gang nach vorn den Wachmatrosen überlassen, denn es konnte auch nasse Füße geben. Auch "Matzi" wollte nicht mehr an Deck.
Aus dem Ferkel wurde bald ein etwas kräftigeres Schwein. Es schubberte sich an der frisch gerollten (gestrichenen) Lukenwand oder warf den Farbtopf mit der Mastfarbe (creme) um. Die notwendigen Nacharbeiten erfolgte unter den strengen Augen der Brückenwache. Aber "Matzi" durfte alles.
An dem Tag, an dem "Matzi" geschlachtet wurde , war von der Besatzung kaum einer mehr an Bord. Alle hatten wichtige Termine und sonstige Gründe um nicht dabei zu sein.
So wurde es trotdem ein fröhliches Schlachtefest mit den Freunden.
( Ich glaube es war MS Trattendorf oder MS Vockerode, die im Päckchen bei uns lagen )
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