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Sunday, 18. August 2019
   
Conny

 
Hanjin Amsterdam Teil 4 - 09/12/2012 20:58 Fahrt nach Port Said

Samstag, 08.12.12

Die Nacht war sehr unruhig. Das Schiff rollte (seitliche schaukelnde Bewegung) und stampfte (nach vorn und nach hinten schaukelnder Bewegung) sich durch das Ligurische Meer. Ich habe sehr unruhig geschlafen und war fast jede Stunde wach. Als ich aus dem Fenster schaute, konnte ich am Horizont Blitze vom Gewitter verfolgen.

Das Logbuch zeigte Windstäerke 6 an. Zum Einstieg als Gewöhnung ausreichend.

Da mir der philippinische Stewart gestern noch Waschmittel gegeben hatte, konnte ich noch vor dem Frühstück die dicken Sachen durchdrücken und den Trockner anschmeissen.

Die Rentnerin (77 Jahre jung) konnte sich beim Frühstück kaum aufrecht halten. Sie ist sehr schlecht zu Fuss.

Die Besatzung besteht aus 23 Mann, wobei davon 5 Deutsche (Kapitän, Chiefmate (1. Nautische Offizier), Chief (Schiffingenieur), Schiffsmechaniker und Lehrling) 1 Pole (3. Nautische Offizier)) und der Rest aus Philippinern besteht.

Der Kapitän Olaf Krause fährt schon seit Mitte der 60iger Jahre zur See und wie zu erwarten, war er früher bei der DSR gefahren. Unter anderen hat er die Verschrottungsfahrt der Berlin mitgemacht. Nächstes Jahr läutet er den Ruhestand ein. Falls jemand von euch Seeleuten ihn noch kennt, könnt ihr uns unter der euch bereits gesendeten Mail eine Nachricht senden, wir geben sie gerne weiter.

Die neuesten Auflagen sind, dass neben den regulären Brückenwache, die von 0.00 - 4.00 der 2. Off., von 4.00 - 8.00 Uhr der Chiefmate und von 8.00 Uhr - 12.00 Uhr der 3. Offizier hat, zusätzlich eine Wache von der übrigen Besatzung auf der Brücke sein muss. Inzwischen müssen auch Ruhezeiten eingehalten werden. Werden diese überschritten so gilt das jetzt schon als vorsätzliche Körperverletzung. Jetzt ist auch klar warum das Schiff in einem schlechteren Zustand ist. Wo soll denn das Personal herkommen, das durch die zusätzliche Wache auf der Brücke fehlt. Auch hier kann die Arbeit von der Besatzung nicht mehr bewältigt werden.

Wir machen einen schönen Spaziergang über Deck, vor auf die Back und noch zum Achterdeck.
Am Vormittag bekommen wir Passagiere eine Sicherheitseinweisun g. Der Alte (Kapitän) wünscht keine Passagiere auf der Brücke und der Nock während des Ein- und Auslaufens. Dafür dürfen wir auf das Peildeck, welches über der Brücke liegt. So unterschiedlich ist es, während der anderen Fahrten wurde es ungern gesehen, dass wir auf das Peildeck gegangen sind. Wir bekamen Anweisungen zum Verhalten in Port Said und für das Piratengebiet.

Vor dem Mittag erreichen wir noch den Vulkan Strombali. Dieser zeigt in einer schönen Pracht.
Man kann genau die Wasserdampfwolke erkennen, die am Berggipfel austritt. Es soll der noch aktivste Vulkan von Italien sein. Auf der anderen Seite zeigen sich die Äolischen Inseln.

Es ist Samstag, also Eintopftag. Ich entscheide mich das philippinische Essen auszuprobieren.
Bevor der Lotse für die Durchfahrt der Strasse von Messina kommt, können wir noch schnell in die Sauna springen. Umso dichter wir Sizilien kommen, umso schlechter wird wieder das Wetter. Die Durchfahrt der Strasse von Messina erleben wir bei Regen und die Küsten liegen im Nebel verhangen. Auch diesmal haben wir kein Glück, dass wir den Ätna sehen koennen. Vor zwei Jahren passierten wir diese Meeresenge genau in die andere Richtung. Erinnerungen kommen hoch, da wir noch sehr gut die Bilder von vor zwei Jahren im Kopf haben.

Am Nachmittag wollen wir zum Kaffeetime nach unten ins Ladebüro gehen, wo die europäischen
Besatzungsmitglieder aus dem Maschinenbereich, Azubiene und der Schiffsmechaniker ihren Kaffee um 10.00 Uhr morgens und um 15.00 Uhr trinken. Was wir nicht bedacht hatten, ist das ja Samstag um 15.00 Uhr Arbeitsschluss ist. Die Meisten gehen dann gleich ohne Kaffee in ihre Kammer. Was uns umso mehr erstaunte, das der Kapitän und der dritte Offizier zum Kaffee erschienen. Der Chief war schon da. Er fuhr auch früher bei der DSR.
Die Satelittentelefonanl age ist an Bord kaputt. Der Kapitän weiß bisher nicht ob diese repariert wird oder eine neue Anlage kommt. Internet wird NSB weiterhin nicht seinen Schiffen zur Verfügung stellen, da NSB zum Teil das andere Mailverfahren gehört.
Nun stehen für die Besatzung und den Passagieren zwei Rechner zum Kommunizieren zur Verfügung.

Der Chief berichtete das seit Oktober das Eins zu Eins Verfahren (Ein Monat Schiff = ein Monat frei usw.) für die Europäer eingeführt wurde, man aber erst danach die Betroffenen gefragt hat. Er wurde im November gefragt. So weiss er noch nicht, ob er die gesamte Rundreise an Bord sein wird. Dieses Verfahren funktioniert bei diesen Routen nämlich nicht. NSB möchte auch Reisekosten sparen, so bietet es sich für die Europäer eher ein Besatzungswechsel in Italien an, als in Singapur od. Long Beach?.
Es kommt einen alles so bekannt vor, die Firmenpolitik ist überall ähnlich. An philippinischen Offizieren fehlt es auch. Der zweite nautische Offizier ist bereits 7 Monate an Bord und hat noch nicht die Zusage bekommen, dass er in Port Said absteigen kann.

Im Mittelmeer wird es gleich wärmer. Der Chief will noch die Klimaanlage vorbereiten.
Das Abendbrot ist sehr reichhaltig. Es gibt ein halbes gebackenes Hähnchen mit Pommes und Salat. Wem das nicht ausreicht, der kann sich noch am kalten Buffet den Bauch voll schlagen. Bereits beim Essen kommen Gesänge aus dem Crewraum zu uns rüber.
Den Abend verbringen wir dann bei dem Philippiners, die es uns zeigen, dass sie sich auch sehr gut nur mit Bier und Wein amüsieren können. Bei NSB wurde der Schnaps untersagt. Der 2. Nautische Offizier spielt ohne Luft zu holen mehrere Stunden auf einer E-Gitarre und singt dazu. Der 3. Offizier (Pole) begleitet die E-Gitarre. Einige Philippiners lassen uns an ihren Gesangskünsten teilhaben. Der Abend verlief ohne Karaoke. Sie können die Lieder schon auswendig. Zur fortgeschrittenen Stunde merkt man wieder wie Seemänner, die schon über 7 Monate an Bord sind, auf ein weibliches Besatzungsmitglied reagieren. Mein Seebär fragt sich welchen Philippiner sich die Azubiene ausgucken wird. Der Chief lacht nur in seinen Bart und ich meine nur man kann ja Wetten abschliessen.
Ich frage mich, das müssen ja Zeiten bei der DSR gewesen sein?

Sonntag, 09.12.12

Bei einer Windstärke von 6 fährt unser Schiff über das Mittelmeer. Wir hören in unserer Kabine die Container draussen sich bewegen. An das kontinuierliche Rollen und Stampfen haben wir uns gewöhnt. Nur die Rentnerin läuft wacklig über die Gänge.
Am Morgen schwebt genau eine Regenwolke über dem Schiff. Ringsherum kein Regen. Das sah irre aus.
Heute Nacht wurde das erste Mal unsere Uhr um eine Stunde vor gestellt. Das wird uns bis Hong Kong noch des Öfteren begleiten.
Sonntagsfrühstück, na was heißt das, alle Seeleute werden es jetzt wissen was kommt, natürlich Eier nach Wahl.
Da freut sich doch mein Seebär.
Es ist wärmer geworden, Wassertemperatur liegt bei 19 Grad und Luft steigt stetig, um 11.00 Uhr haben wir 18 Grad.
Wir fahren bei Kreta vorbei. Die Hanjin Amsterdam fährt jetzt durchschnittlich 22-23 Knoten. Wir liegen gut in der Zeit, morgen soll um 8.00 Uhr der Lotse kommen. Die Höchstgeschwindigkei t beträgt 25 Knoten.
Beim Vormittagskaffeetime besprechen Kapitän, Chiefmate, Chief und Schiffsmechaniker schon Vorkehrungen für den Hafenaufenthalt in Port Said. Die gesamte Besatzung, auch die aus der Maschine, werden dort eingesetzt. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass es so schlimm sein soll. Wir dürfen den Aufbau nur über das A-Deck dann verlassen.
Es wird nur eine Tür insgesamt auf sein. Sollten wir nicht an Land dürfen, das wissen wir noch nicht, dann dürfen wir den Aufbau auch nicht verlassen, alles soll verschlossen bleiben.
Wir verbringen noch lange Zeit auf der Brücke. Die 21 jährige Azubiene berichtete kurz über die Ausbildung und das sie noch nicht weiß, ob sie nach den Abschluss als Schiffsmechanikerin dann Maschine oder Nautik studieren wird.
Am Ende hat sie bei beiden Richtungen den gleichen Abschluss. Zurzeit liegt ihr die Maschine mehr.
Gegen Mittag reisst die dicke Wolkendecke auf und die Sonne kommt raus. Es bleibt weiterhin sehr windig und beim Spaziergang an Deck, fällt mir auch wieder der besagte Spruch ein: Wie der Seemann sagt: "Spukst du nach Lee, geht's in die See. Spuckst du nach Luv, kommt's wieder ruff." Auf der einen Seite des Schiffes scheint es so, als ob das Mittelmeer heute so gut wie wenig Wellengang hat (Lee).An der anderen Seite erscheinen die Wellen sehr hoch (Luv). Zum Glück sind wir Seefest.
Am Nachmittag wird es zwar wärmer (20 Grad) aber auch der Wind nimmt zu (Windstäerke 7). Die Wellen tragen Schaumkronen und der Wind weht leichte Wasserschichten davon. In dem Moment wo sich dann Sonne und die Schichten treffen, bekommen wir auf der Wasseroberfläche wunderschöne Regenbogen zu Gesicht. Fantastisches Schauspiel.
Vorne auf der Back ist es am ruhigsten, man hört nur den Wind. Auf der Spitze der Back ist ein Gestell aufgebaut, das man über einer Leiter erreichen kann. Dort oben lege ich mich in den Wind hinein, jetzt fehlt nur der Fallschirm, dann könnte man bestimmt abheben. Wie bei dem Film Titanic das traue ich mich heute bei dem Wind doch nicht, aber seitwärts das geht. Das wäre ein schöner Platz für die Durchfahrt des Suezkanals. Hoffentlich bauen sie da nicht den Suezscheinwerfer auf. Dann bleibt für die Durchfahrt nur das Peildeck.


Weiterlesen: Hanjin Amsterdam Teil 5
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