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Monday, 26. August 2019
   
Wolfgang Landgraf

 
Der Haiphong-Zwischenfall mit MS Naumburg - 28/10/2007 16:06 Das "Haiphong- Zwischenfall"

Haiphong war nicht unbedingt ein Hafen, auf den wir warteten. Nach Saigon, so ging die Rede an Bord, würde es rapide abwärts gehen, und die Hinweise der “alten” Vietnam-Fahrer an uns Neulinge reichten von “Total tote Hose” bis zu” Da möcht ich nicht mal tot übern Zaun hängen!”.
Es war Sommer 1990, die Mauer in Berlin war gefallen, und niemand hatte mit Konsequenzen zu rechnen, wenn er das vietnamesische (in diesem Fall Nordvietnamesische) Bruderland nicht so richtig mochte.


Und wirklich, da waren Unterschiede zum Süden. Während in Saigon alles ein bisschen lockerer ging, erschienen hier in Haiphong sofort Uniformierte an Bord, wurden Posten an der Gangway stationiert und der Landgang war – wenn denn jemand überhaupt gehen wollte –beschränkt bis 22 Uhr (oder war es 23 – so genau kann ich mich nicht mehr erinnern)

Es war der erste Tag in Haiphong, Mittag war vorbei und ich klarte die Pantry, als ein vietnamesischer Uniformierter mit einer etwas zu weiten Uniform in die Messe kam. Den Schulterstücken nach ein Offizier. Ich war zwar ein bisschen verwundert, dass er hier frei auf dem Schiff herumspazierte, sagte aber nichts.

Er steuerte auf den Berg von Kuchenstücken zu, die sich auf dem Kühlschrank stapelten, schaute mich fragend an, und mache ein Zeichen, ob er eines nehmen könne.

Er konnte wirklich etwas Gewichtszunahme brauchen, und ich nickte, holte einen kleinen Karton und bedeutete ihm, er solle sich nehmen so viel er wolle.

Sichtlich erfreut tat er das und verschwand und ich blieb zurück mit dem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben….

Als der Abend kam beschlossen Matrose S. und ich das Abenteuer zu wagen und an Land zu gehen. Dazu ist wirklich nicht viel zu sagen. Nachdem wir ein wenig ziellos umhergeirrt waren, fanden wir eine Bar mit Musik, tranken einige Lua Moi und fanden – nachdem S. von seinem Nachbarn betatscht worden war – heraus, dass wir da wohl in eine spezielle Bar gekommen waren und beschlossen den Rückzug.

Kurz vorm Hafentor aber wollte S. einer der vietnamesischen Familien, die vor ihrem Haus sitzen und Vorbeikommenden Lua Moi ausschenken, einen Besuch abstatten und einige Drinks mit ihnen nehmen.

Da das Hafentor in Sichtweite war, sagte ich ade, und erinnerte ihn daran, dass in 30 Minuten Zapfenstreich sei.

Irgendwann später am Abend kam der Obersteward Paul auf meine Kammer, und meinte S. sei noch nicht zurück, und ich solle unbedingt mitkommen, ich müsse helfen.

An der Gangway erwarteten mich zwei der vietnamesischen Hafenwache und machten mir klar, S. sei arretiert und jemand vom Schiff müsse kommen. Wie sich herausstelle war S. zu spät gekommen und hatte, anstatt reumütig sein Haupt zu senken, begonnen etwas harsch zu diskutieren, was schließlich zu seiner Festsetzung geführt hatte.

Paul beschloss, mich zu schicken – warum jemanden von der Schiffsleitung unnötig beunruhigen. Und er meinte, ich ginge leicht als Chiefmate durch.

Also marschierte ich mit Eskorte zum Hafentor.

Dort wurde ich ins Dienstzimmer des Kommandanten geleitet, wo S. saß, dumpfe Drohungen vor sich hinmurmelnd.

Ich ahnte Schlimmes – aber in einem Augenblick änderte sich alles.

Als der Kommandant eintrat erkannte ich in ihm den Offizier, der mit dem Kuchenpaket abmarschiert war.

Und er erkannte mich auch. “Du hast mir Kuchen gegeben” erklärte er in diesem Vietnam-Englisch, was hart zu verstehen ist.

Ich nickte, und versuchte nun meinerseits ihm klarzumachen, dass dies hier alles ein Irrtum sei, S. ein wenig zu viel getrunken habe, und wir vielleicht zu einer Einigung kommen könnten.

Ja, sagte er, warum nicht, aber da seien noch andere Vorgesetzte da, und wenn die davon erführen, dann dürft S. nicht mehr an Land gehen.

S. schnaufte verächtlich, als ob er hier noch mal an Land gehen möchte….

Nachdem ich mit dem Kommandanten eine Zigarette geraucht hatte und er die ganze Schachtel nahm, meinte er, er wolle sein Bestes tun und ließ uns gehen.

Ich hoffte alles sei vorüber.

Falsch, am nächsten Tag brauchte S. meine Hilfe erneut. Ein anderer Offizier war an Bord erschienen, um den Vorfall zu diskutieren. Da S. Englischkenntnisse rudimentär waren (er war berühmt für den schönen Satz “ How much for die Erdbeeren!”) wurde ich als Verhandlungsführer hinzugezogen. Nach dem Austausch der üblichen diplomatischen Floskeln kam die Sprache auf den Vorfall vom vergangenen Abend. Niemand wolle – so wurde erklärt - die Sache an die große Glocke hängen, und um die nicht dorthin zu bringen bedurfte es einiger Dinge – in Klartext: 1 Stange Zigaretten ( S. bestand auf Club) 10 Flaschen Hafenbräu – 2 Stücke Lux -Seife. Ich packte alles in eine Plastiktüte – was vom Gewicht her nicht sonderlich gut war, aber wir hatten nichts anderes – und der Besucher verschwand, nicht ohne uns einen netten Aufenthalt in Haiphong zu wünschen.

Aber das war nicht das Ende

Nacheinander erschienen andere Offizielle an Bord um den Vorfall zu diskutieren – zwei mit wirklich beeindruckend geflochtenen Schulterstücken, und einer in Zivil.

Irgendwer musste sie gut instruiert haben, alle von ihnen hatten irgendwelche Taschen mit sich.

Die Verhandlungen verkürzten sich drastisch – wir verzichteten auf Smalltalk – und die einzige Frage war – wie viel. Es hielt sich in Grenzen. Bier, Zigaretten, und manchmal Seife.

Ich glaube, die vietnamesischen Sicherheitsorgane mochten S. – sie waren immer freundlich und wünschten uns stets einen angenehmen Aufenthalt.

Und dann war wirklich alles vorüber. Der Fall war abgeschlossen.

S. war frei.

Ich glaube, er war noch ein oder zweimal an Land – stets freundlich gegrüßt von der Hafenwache, die in diesen Tagen alle “Club” rauchten.

Bis heute frage ich mich, ob die Schiffsleitung etwas von all diesen offiziellen Besuchern bemerkt hat, und ob sie sich gewundert haben, warum zum Teufel all diese Offiziere zum Wirtschaftshelfer wollten…..
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