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Friday, 06. December 2019
   
Conny

 
eine Frachtschiff Weltreise 1.Woche - 05/04/2010 20:54 eine Weltreise mit dem Frachtschiff
1.Woche


Vor der Reise

Wenn man denkt man bucht eine Reise wie jeder andere, dann muß man sich eines besseren belehren lassen.

Vorbereitung
Laut Reiseunterlagen für Frachtschiffe soll man sich selbst um die entsprechenden Visa-Unterlagen der Länder kümmern. Man sollte mit den entsprechenden Konsulaten und Botschaften in Kontakt treten.
So wie in den Unterlagen beschrieben hatten wir dies auch getan.
Im Februar rief ich die entsprechenden Botschaften an. Da bei der amerikanischen Botschaft nicht die Visa-Stelle an der anderen Seite der Leitung war, wurde, wie ich zum damaligen Zeitpunkt annahm, mir eine korrekte Antwort gegeben. Es reicht das sogenannte ESTA-Verfahren im Internet für Touristen bis 90 Tage Einreise, aus. Ich quälte mich im Internet durch das Formular und war richtig glücklich, als danach erschien: "Genehmigung für zwei Jahre erteilt". Super hat ja geklappt, was soll da noch schief gehen?
Das Touristenvisum für China ist drei Monate ab Ausstellung gültig und nach Aussage der chinesischen Hotline muss für Hong Kong auch ein's beantragt werden, da vorher ein chinesischer Hafen angelaufen wird, nämlich Shenzhen. Somit gilt Hong Kong als zweite Einreise in China und ist nicht Visa frei. Also fing ich an zu rechnen. Wir reisen wahrscheinlich am 28.07.2010 von Hong Kong nach Tokyo. Das heißt frühestens kann das Visum am 29.04.2010 bei der chinesischen Botschaft beantragt werden. Das wird eine knappe Angelegenheit, denn der Flieger nach Spanien geht am 18.05.2010. Das Visum für China haben wir dann am 04.05.2010 erhalten.
Jetzt dachten wir, das alle Unterlagen (Impfausweis, Auslandsreiseversich erung, Visa usw.) die von dem Reisebüro für diese Reise angefordert wurden, hätten wir zusammen.
Wir sollten eines besseren belehrt werden.
Prompt erhielten wir eine nette E-Mail, wo das amerikanische Visum aus dem Reisepass wäre. Erschrocken hielt ich nochmal Rücksprache und erfuhr das Touristen auf einem Frachtschiff nicht wie Passagiere auf einem Kreuzfahrtschiff behandelt werden und für die Landgänge das Visum im Pass benötigt wird.
Es war der 06.05.2010, mir war zum heulen, wie sollen wir das schaffen. Es gibt im Internet einen Vordruck der zuerst ausgefüllt werden muss. Auch ein Foto muss eingescannt werden. Die Maße des Fotos stimmen aber nicht mit unseren Passfotos überein, wäre auch zu einfach. Wenn man den Vordruck zu langsam ausfüllt, bricht die Internetverbindung zusammen und man fängt von vorne an. Hat man sich durch das Formular gekämpft, muss man die Hürde des Fotos nehmen. Nach endlich 4 Stunden hatten wir den Antrag fertig und erhielten einen Strichcode. Mit diesem ist man berechtigt unter einer 0190-Nummer für 1,86 Euro die Minute einen Termin bei einem der drei Visa-Stellen zu erhalten. Bei dem Anruf, Hotline in Erlangen, wurden mir drei Termine angeboten: Berlin 19.05.2010, Frankfurt/Main 20.05.2010 und München 12.05.2010. Wie soll das funktionieren, ich war den Tränen nahe, da wir bereits aus der Info im Internet entnommen hatten, das nach Visaausstellung die Botschaft die Pässe per Post wieder zurückschickt. Unser Reisebeginn ist der 18.05.2010. Aus reiner Verzweiflung benutzte ich das magische Wort "Notfall". Der junge Mann am Ende der Strippe fragte daraufhin in der Berliner Stelle nach und gab uns dann einen Notfalltermin (eigentlich für eilige Sterbefälle) am 11.05.2010 um 8.00 Uhr.
Heute war es so weit, ich lag ab 4.00 Uhr wach, bloß nicht verschlafen, pünktlich da sein, haben wir auch alles (Bankstempel auf dem Überweisungsbeleg, Bild, Ticket, Nachweis der Finanzeller Mittel, familiere und berufliche Bindung)? Wir waren überpünktlich, eine halbe Stunde zu früh da. Da es dort wie eine Festung ist, haben wir in weiser Voraussicht die Handys und Stick`s im Auto gelassen.
Nachdem man mehrere Schleusen überwunden hat, gibt man vor dem Interview mit den Konsulatbeamten seine Anträge ab. Zu dem Antrag gehört auch ein frankierter Rückumschlag. Umschläge und Briefmarken hatte ich zwar eingesteckt, aber nur zur Sicherheit. Schließlich fliegen wir genau in einer Woche, ohne Pässe zu riskant. Sollte es nicht möglich sein diese noch abzuholen, werden wir wohl das Schiff in Amerika nicht verlassen können. Ohne diesen Umschlag keine Antragsentgegennahme . Der Interviewer entscheidet ob wir den Umschlag zurück bekommen und die Pässe abholen können. Also beschrifteten und beklebten wir den Umschlag.
Nun saßen wir in dem Wartebereich und warteten auf das vor uns liegende Gespräch. Irgendwie füllte sich der Bereich, bloß es wurde keiner zu den Gesprächen gerufen. Nach 2 ½ Stunden wurde uns dann mitgeteilt, daß zurzeit keine Interviews möglich sind, wegen technischer nicht lösbarer Probleme. Wir sollten morgen oder wenn es gar nicht anders geht, nachmittags um 14.30 Uhr wiederkommen. Alle Antragsteller erhielten einen entsprechend gelben Passierschein. Ab 14.00 Uhr sammelten sich die vergeblichen Antragssteller des Vormittags vor dem Konsulat. Trotz schlechten Wetters wurde uns erst nach 14.30 Uhr wieder der Zugang gewährt. Jetzt geht alles schnell, wie das Brötchen backen, Aufruf, Fingerabdrücke einscannen und das Gespräch.
Mein sehnlichster Wunsch ging in Erfüllung. Die am Morgen gefertigten Rückumschläge, bekamen wir wieder ausgehändigt, plus einem gelben Passierschein für Freitag, den 14.05.2010 um 15.30 Uhr, zur Abholung der Pässe. Sollten wir es wirklich noch geschafft haben. Ich bete dafür, daß Freitag wirklich die Pässe fertig sind.
Für den Weg zur Visastelle haben wir ca. eine Stunde eingeplant. Noch ein bisschen Spielraum und dann los. Gestern erhielten wir von NSB einen Anruf, daß wir ohne dieses Visum das Schiff nicht betreten dürfen, da sonst die Reederei hohe Strafen zahlen muss. Ich bin aber optimistisch, schließlich Fingerabdrücke sind im amerikanischen System, also was soll noch schief gehen. Wir fahren auf die Stadtautobahn, was ist das, Stau, nächste Abfahrt 600 m, im Autotunnel ist Vollsperrung.
Sämtliche Fahrzeuge versuchen jetzt bei dieser Abfahrt abzufahren. Unser Zeitpuffer ist schnell aufgebraucht. Wenn wir nicht pünktlich da sind, kommen wir vielleicht nicht mehr rein, soll es jetzt daran scheitern?. Mit leichten Geschwindigkeitsüber tretungen schaffen wir es doch um 15.30 Uhr vor Ort zu sein. Wir bekommen unsere Pässe mit einem 10 jährigen gültigen Visum ausgehändigt. Ist ja toll, bloß ein Hacken, die Pässe, wo die Visas drin sind, haben nur eine Gültigkeit bis 2014. Ist mir aber ziemlich egal, wir sind glücklich.
Unser Abenteuer kann beginnen

Dienstag, 18.05.2010
Heute wollen wir nach

anreisen,wo unser Reisemittel die "Zim Ontario" am 20.05.2010 ablegen soll. Eingeplant haben wir 2 Tagen als Sicherheit. Hoffentlich kommt jetzt nichts mehr dazwischen. Die Aschewolke (Ursache: Vulkanausbruch in Island) die seit mehreren Wochen den Flugverkehr beeinträchtigt würde unseren schönen Zeitplan durcheinander bringen. Laut den Nachrichten waren gestern die Flüge nach den Niederlanden und nach England wegen Flughafensperre gestoppt worden. Die Wolke zog nach Suedosten. Als wir am Flughafen angekommen sind, waren die Flüge nach Rom gesperrt.
Die Zugfahrt von Berlin nach Tarragona hätte 28 Stunden mit 8-10 maligen umsteigen gedauert.
Hoffentlich kommen wir nach Barcelona. Dann hat alles doch wie geplant geklappt. Man kann sich vorstellen, wie glücklich wir waren in Barcelona gelandet zu sein. Unser Hotel Imperial liegt genau neben dem Amphitheater auf dem Berg am Meer.
Im Hotel in Tarragona angekommen, informierten wir uns wann wir auf das Schiff aufsteigen können. Es sollte schon am nächsten Vormittag sein. Zum Glück haben wir eine pünktliche Anreise gehabt.
Wir nutzen noch den angebrochenen Nachmittag, um uns Tarragona anzusehen. Tarragona ist für Großstädter eine kleine Stadt, die man zu Fuß erkunden kann. Geteilt in einen modernen Abschnitt und die Altstadt mit den Sehenswuerdigkeiten und den sehr engen Gassen.
Tarragona hat einen schönen feinsandigen Strand der wie Gold glitzert.
Man merkt an den Oeffnungszeiten der gastronomischen Einrichtungen, dass wir noch in der Vorsaison sind. (alles bis spät abends leer)

Mittwoch, 19.05.2010

Der Shuttle der uns zum Schiff bringen sollte, kam sehr pünktlich. Wir holten noch eine mitreisende Ehefrau des 2.Ing´s ab.
Was wird uns erwarten?
Der Hafen von Tarragona soll der größte Hafen von Spanien sein.
Gestern haben wir beim Erkunden von Tarragona, jedenfalls keine Container gesichtet.
Wir fuhren in die Hafeneinfahrt und dann immer weiter, weiter und weiter wo man als Fußgänger nicht mehr weiter kommt. Nach einer Weile erblicken wir ein paar Container. Man erkennt Umrisse eines größeren Schiffes, das neben einen kleineren im Hafenbecken liegt. Soll das die "Zim Ontario" sein. Das ist Sie.

Es liegen im Hafen keine weiteren Containerschiffe. (größter Hafen von Spanien.?)
Zum Glück brauchen wir unsere schweren Reisetaschen nicht bis zum F-Deck (6 Etagen Deck A - F, plus Gangway 15 Meter) alleine tragen. Ein Fahrstuhl ist trotz des jüngeren Baujahres des Schiffes von einem Jahr nicht vorhanden. Die Besatzungsmitglieder sind sehr freundlich und packten mit an. Oben angekommen erhalten wir den ersten Eindruck von unserer Kabine, bestehend aus Wohnbereich, Schlafzimmer und Bad. Sehr geräumig.



Das Auslaufen des Schiffes soll bereits um 2.00 Uhr am nächsten Morgen sein. Das heißt den Wecker stellen.

Donnerstag, 20.05.2010
Es geht endlich los! Das Schiff legte überpünktlich um 1.30 Uhr in Tarragona ab und schon bald ließen wir den Hafen hinter uns. Wir legten uns nochmal's schlafen. Am Vormittag bekamen wir Neuankömmlinge auf dem Schiff, eine ausführliche Sicherheitseinweisun g mit Rundgang. Eine Abzubiene, wie die Seemänner hier sagen, ist in Tarragona für 6 Monate zur Ausbildung im 3. Lehrjahr aufgestiegen. Sie heißt Conny (Namensvetterin) und ist 36 Jahre jung. Also hohe Frauenquote von insgesamt drei Frauen.
Das Mittelmeer zeigt sich heute nicht von seiner besten Seite. Die "Zim Ontario" rollt und stampft sich durch die See. Als Passagier nimmt man an der normalen Bordverpflegung in der Offiziersmesse teil. In der Offiziersmesse herrscht eine andere Hierarchie wie vor 2 Jahren auf der "Hanjin Copenhagen". Dort wurden die Messen entsprechend den Nationalitäten an Bord genutzt. Hier essen neben den Kapitän, der Chiefmat, der Chief, der 2. Ingenieur und die Passagiere. Es scheint für die Besatzungsmitglieder eine feste Sitzordnung, die sich auf jedem Schiff widerspiegelt, zu geben. Die anderen europäischen Besatzungsmitglieder , wie der Schiffsmechaniker und die Azubiene, nehmen ihre Mahlzeiten in der Mannschaftsmesse ein. Das Essen ist wieder reichlich. Wenn man will Frühstück, Mittag und Abendbrot warm. Mittag mit Vorsuppe, Salat und Nachtisch.Zum Frühstück und Abendbrot zusätzlich noch kalte Platten. Donnerstags wie immer Eier nach Wahl.
Der Kapitän der in Tarragona abgestiegen ist, fährt bereits seit 1966 zur See. Er musste leider nach Hause. Jetzt haben wir einen noch jungen Kapitän im Alter zwischen 45 und 50. Früher sind beide bei der DSR gefahren. Der Chief fuhr auch bereits zu DDR Zeiten beim FiKo.
In Genua sollen noch zwei weitere Lehrlinge an Bord kommen. Früher ist immer ein Lehrling an Bord gewesen. Aber auch hier zeigt sich die Finanzkrise.
Wir haben auch noch Platz für Container. Das soll sich aber nach Haifa ändern.
Wir fahren an Menorca in der 10 Meilen Zone vorbei. Die Insel zeigt sich leicht im Dunst verhüllt. Ansonsten ist es auf dem Mittelmeer in Richtung Haifa sehr ruhig. Vereinzelt kreuzen weitere Schiffe unsere Route. Da es doch noch etwas frisch draußen ist, entschlossen wir uns in die große geräumige Sauna zu gehen.
Ein Mannschaftsmitglied hat Geburtstag, daher wird nach dem Abendbrot an Bord mit der gesamten Mannschaft gefeiert.


Die Philippinos sind leidenschaftliche Karaoke Sänger. Man hat uns schon vorgewarnt, daß jeder singen muss. Maike und ich sind aber sehr schlechte Sänger. Mal sehen ob wir uns drücken können.
Wir brauchten nicht singen. Für die Europäer übernahm es mit seiner ganzen Tatenkraft, in der philippinischen Landessprache, der Schiffsmechaniker. Die Party ging bis 3.30 Uhr in der Früh.

Freitag, 21.05.2010
Frühstück gibt es an Bord zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr. Da wir schon sehr zeitig wach waren entschlossen wir uns, noch vor dem Frühstück auf der Brücke vorbeizuschauen. Das Mittelmeer hat eine Temperatur von 17 Grad. Auf dem Wasser ist wesentlich mehr Betrieb als gestern. Wir sind nicht mehr alleine. Auch der Wind ist weniger geworden, was man an der Bewegung des Schiffes merkt. Die "Zim Ontario" liegt ruhig im Meer.
Zum Frühstück gibt es zusätzlich Käseomelett. Ich möchte dies nicht. Der Stewart schaut mich zwar komisch an, aber man muss ja nicht essen was auf den Tisch kommt. Jedenfalls Norbert schmeckt es.
Nach der Fete gestern, ist es auf dem Schiff verhältnismaeßig ruhig an Bord (Besatzung). Einige endeckten wir später hinter gut versteckten Ecken. Ich nutze die Zeit bis zum Kaffeetime um 10.00 Uhr und drehe meine Runden um das Schiff. Da die Back auf diesem Schiff ueberdacht ist, versuchen wir herauszufinden wo sich ein früherer Passagier gesonnt haben könnte? Laut der Besatzung auf dem Back-Dach. Ich klettere eine Leiter, die zwischen den Containern und der Back befestigt ist, nach oben und muss feststellen hier kann keiner auf das Dach gelangt sein. Es türmt sich auf dem Dach noch eine Stahlwand (Wellenbrecher) parallel zu dem Container auf. Es muss also eine andere Möglichkeit geben. Wir sind ja noch ein paar Tage an Bord.
Am Nachmittag erreichen wir die Höhe von Malta. Man kann die Insel nicht sehen da wir über der 10 Seemeilenzone entfernt sind (eine Seemeile entspricht 1.852 Meter). Wir angekündigt läßt der Kapitän die Maschinen stoppen. Es ist hier ein idealer Ort das Schiff treiben zu lassen. Wir sind zu schnell. Ankunft in Haifa soll planmäßig am 24.05.10 erfolgen. So wird Kraftstoff gespart.
Eigentlich soll das Schiff mit einer Maschinenleistung von bis zu 100 % durchgängig fahren. Für die Maschine ist ökonomisch die Leistung zwischen 80 - 90 % zu belassen. Nach acht Stunden fahren wir weiter.
Die Wellen bringen das Schiff nicht zum Rollen, sondern prallen seitlich an der Schiffswand ab. Beim Aufprall fängt das Schiff an zu vibrieren. Das ist sonst nicht so. Achtern (Hinten) ist das Schiff sehr überschaubar beladen. Entsprechend hat die "Zim Ontario" dort wenig Tiefgang. Man merkt so die Wellen, wenn diese dort aufschlagen, erheblich.
Da es inzwischen nach einer ausgiebigen Party-Poker-Partie schon 23.00 Uhr ist und die Uhr eine Stunde vorgestellt werden soll, leiten wir die Nachtruhe ein.

Samstag, 22.05.2010
Es ist auf Deck wieder sehr windig. Auf der Back ist der ruhigste Ort an Bord. Dort sind kaum Geräusche vom Schiff zu hören. Nur die Wellen nimmt man wahr wenn man über die Reling schaut. Wir sind wieder das einzige Schiff weit und breit. Es scheint als will niemand weiter nach Israel. Da heute Samstag ist gibt es zum Mittag Eintopf.
Norbert geht mit dem Chief am Nachmittag in die Maschine. Ich nutze die Zeit mit einem Buch im Liegestuhl, in der Sonne auf Deck. Als Norbert gegen 17.oo Uhr wieder in die Kabine kommt, stellte er fest das der Chief nur wegen ihm Überstunden gemacht hatte. Schließlich wird am Samstag um 15.00 Uhr der Feierabend an Bord eingeläutet.
Nach dem Abendbrot sind die Philippinos wieder beim feiern. Es findet die Abschiedsparty für 8 Besatzungsmitglieder statt, die übermorgen von Haifa nach Hause fahren. Diesmal versucht sich auch Norbert in seinen Gesangskünsten beim Karaoke. Als ich zum Kapitän meinte, daß sei bis Hong Kong noch ausbaufähig, erwiderte dieser nur:" Die Hoffnung stirbt zuletzt, er wird wohl nie ein singender Schwan werden."
Der Chief kam nicht zur Party. Er verfolgte auf der Brücke über Satellitenradio auf der Deutscher Welle die Liveübertragung des Championligafinalspi eles von den Bayern. Wir verlassen gegen 1.30 Uhr die Party als diese noch im vollen Gange war.

Sonntag, 23.05.2010
Ein paar Philippinos haben die ganze Nacht durchgefeiert. Zum Frühstück gibt es Tatar aus Rinderfilet mit Kapern und Zwiebeln. Kapern am Tatar? Das kennen wir Berliner nicht. Es ist der kürzeste Arbeitstag der Woche. Um 11.00 Uhr wird der Feierabend der Crew eingeläutet. Manche schaffen es nicht nach der Feier bis zum Mittag unter den Lebenden zu sein. Ist ja auf einen Sonntag nicht so schlimm.
Der Hafen von Haifa hat sich auf die Anfrage, ob die "Zim Ontario" früher einlaufen darf, nicht gemeldet. Zwischen 14.00 und 22.00 Uhr läßt daraufhin der Kapitän das Schiff wieder treiben, da wir immer noch zu schnell sind. Es ist besser zu treiben, als stundenlang vor dem Hafen auf Reede zu liegen, wo geankert werden muss.
Wir genießen die Ruhe an Bord. Bei einem Rundgang kann man jetzt besonders deutlich erkennen, was Lee und Luv bedeutet. Auf der einen Seite des Schiffes scheint es so, als ob das Mittelmeer heute so gut wie keinen Wellengang hat (Lee).An der anderen Seite erscheinen die Wellen sehr hoch (Luv). Wie der Seemann sagt: "Spukst du nach Lee, geht's in die See. Spuckst du nach Luv, kommt's wieder ruf."
Zum Abendbrot gibt es wie jeden Sonntag kalte Latte. Das ist der Tag, wo der Koch und Steward auch mal früher Feierabend haben sollen. Bei mehreren Schachpartien versucht sich Norbert mit den Philippinos zu messen. Ganz schafft er es noch nicht.
Wir erhielten unsere Sicherheitsausweise. Um 22.00 Uhr nutzen wir die Gelegenheit das Anfahren des Schiffes direkt neben den Kapitän zu beobachten. Beim Ein- und Auslaufen im Hafen, wenn ein Lotse an Bord ist, sind Passagiere, die direkt über die Schulter schauen, nicht erwünscht. Der Hauptjoystick, womit das Schiff per Hand gelenkt wird, erscheint zum Verhältnis der Größe des Schiffes wie ein Stecknadelkopf. Selbst ein Joystick einer normalen Spielekonsole ist dreimal so groß. Der Kapitän bringt uns wieder manuell auf den richtigen Kurs. Danach übernimmt wieder der Bordcomputer. Die Maschine braucht bestimmt 15 Minuten bis Sie die Leistung von 80 - 90 % erreicht hat. Ist eben kein Auto. Morgen sollen wir in Haifa einlaufen.

Montag, 24.05.2010

Wir kommen langsam in die wärmere Region. Da wir heute Israel erreichen sollen, wird am Vormittag noch relaxt. Die Maschine läuft nach dem Frühstück mit halber Kraft. Um 14.00 Uhr soll Einlaufen sein. Der Kapitän möchte ein unnötiges Ankern vor der Hafeneinfahrt vermeiden.
Haifa zeigt sich so gegen 13.00 Uhr. Man erkennt, dass mehrere Schiffe vor dem Hafen auf Reede liegen. Der Kapitän fährt bis eine Seemeile vor den Hafen (vor das Loch). Dort sollen wir auf dem Lotsen warten. Inzwischen ist es schon 15.00 Uhr geworden und wir liegen noch immer vor der Hafeneinfahrt. Man kann erkennen, daß das Schiff noch an unserem Liegeplatz im Hafen liegt, wahrscheinlich Probleme hat. Die Schlepper sind bereits seit mehr als einer Stunde am Schiff festgemacht. Nach einer Weile wird das Schiff in das Nachbarbecken des Hafens geschleppt. Später erfahren wir, daß ein Motorschaden vorlag. Nachdem endlich der Lotse an Bord angekommen ist, können wir im Hafen festmachen.
Noch nicht einmal richtig festgemacht, beginnen die Gentries (Krane) ihre Position einzunehmen. Zeit ist eben Geld. Die Gangway wird herabgelassen um die bereits in Position stehende Einwanderungscrew, bestehend aus 3 Frauen (bepackt wie ein Esel) und den "Wichtigmann" mit Handy, an Bord zu lassen. Durch die Lautsprecher wird die gesamte Besatzung und Passagiere zu den Kapitänsoffices in das A-Deck zur Ausweiskontrolle gerufen. Nacheinander werden wir einzeln kontrolliert, Fotos erstellt und Fingerabdrücke festgehalten (alles unter strenger Beobachtung des Mannes).
Nachdem wir dann die Showpässe für Israel erhalten haben (gesonderter Schein zur Vorlage bei der Hafenkontrolle), konnten wir das Schiff dann verlassen. Wir erfuhren, daß heute nur die Ladung gelöscht wird. Morgen früh müssen wir den Hafen verlassen, um dann wieder am nächsten Morgen um 5.00 Uhr zum Beladen einzulaufen. Das heißt, einen Tag auf Reede liegen. Im Hafen befinden sich 3 Liegeplätze für Containerschiffe. Für uns heißt es heute noch ein bisschen Haifa erkunden.
Haifa ist in drei Zonen, einer über den anderen geteilt. Die Altstadt mit seinem Hafen und Küstenstreifen bildet die untere Stadt, das zentrale Gebiet liegt auf einer Hoehe von 120 m und die Oberstadt (250-300m) mit der schönsten Wohngebieten der Stadt. Die "Hängenden Gärten" der Bahai, die sich durch die drei Zonen der Stadt ziehen und 2001 eroeffnet wurden, dominieren seither das Stadtbild. Vom Schiff aus, konnte man diese deutlich schon aus der Ferne erkennen. Aufgrund ihrer beeindruckenden Architektur wurden sie als achtes Weltwunder bezeichnet.
Im Bereich des Hafens ist das Dagonsilo mit seinen 68 m Höhe zur Speicherung von Getreide das auffälligste Gebäude. Vor dem Silo soll sich der Ausgang für die Fußgänger des Hafens befinden. Da es hier keinen Shuttlebus für den Hafenbereich gibt, machen wir uns zu Fuß auf, den Ausgang zu finden. Wir laufen zwischen den LKWs, wo schon die Container geladen werden die gerade von unserem Schiff gelöscht wurden. Ganz angenehm ist es nicht. Ein Fahrer von so einem Laster hatte Erbarmen und brachte uns an das Gate 10. Laut den Agenten wußten wir aber, wir müssen zum Gate 5. Wegen Verständigungsschwie rigkeiten konnten wir ihm das nicht vermitteln. Der Fahrer sprach nicht Englisch. Der Mann von der Passkontrolle organisierte dann wieder einen andern Lkw-Fahrer der uns bis zum Gate 5 zurücknehmen sollte. Er fuhr auch daran vorbei und ließ uns dann an der Polizeistadion des Hafens heraus. Nachdem wir durch viele offene Türen gingen und auf einmal in der Hafen Arrestzelle standen, entschieden wir uns lieber einen ander Weg zu nehmen. Jedenfalls fanden wir dann den Ausgang.
Noch ist es nicht dunkel, vielleicht kommen wir noch in die hängenden Gärten. Die sind nicht zu übersehen und wir orientieren uns daran. Als wir am unteren Eingang angekommen sind war es bereits nach 18.00 Uhr und die Tore verschlossen. Es sieht schon durch den Zaun beeindruckend aus. Parallel zu den Gärten spazieren wir in den Zonen der Stadt nach oben. Vereinzelt werfen wir einen Blick durch den Zaun. Die Straßen wurden unter die Gärten geführt. Von oben haben wir einen herrlichen Ausblick über Haifa und den Hafen, daß entschädigt uns für alles.
Unterhalb der Gärten befindet sich die deutsche Siedlung. Es handelt sich um eine Straße, wo sich ein Restaurant an das andere reiht. Sie ist sehr belebt. Wir nehmen noch einen Schlummertrunk bevor wir in Richtung Hafen zurückkehren. Im Hafenbereich haben wir Glück und ein technischer Mitarbeiter bringt uns mit seinen Pkw direkt bis zum Schiff, so haben wir uns einen Fußmarsch von ca. 4 km gespart.

Dienstag, 25.05.2010
Zum Frühstück liegen wir bereits wieder auf Reede vor Haifa. Das Schiff hat kaum Tiefgang da es fast leer ist.
Die Philippinos (AB-Männer), die auf Deck arbeiten, sind den ganzen Tag damit beschäftigt die Lukendeckel vom Dreck zu befreien. Die Möglichkeit bietet sich an, da auf den Lukendeckeln keine Container mehr sind. Heute werden von der Besatzung Arbeiten verrichtet die sonst mit voller Ladung nicht gemacht werden können. Wir nutzen die Möglichkeit für ein Sonnenbad und einem Bad im Wirlpool. Abends sitzen wir bei einem Feierabendbier noch mit dem Chief, den 2. Ing und seiner Frau noch auf Deck und beobachten wie die Philippinos einen Fisch nach den anderen aus dem Mittelmeer fischen. Das Essen ist für die Philippinos morgen gesichert.
Um 23.00 Uhr laufen wir wieder in den Hafen von Haifa ein. Morgen ist über den Agenten eine Ganztagestour nach Jerusalem, Bethlehem und Nazareth geplant. In den Bus passen 10 Leute rein. Mal sehen wer alles mitkommt. Der Schiffsmechaniker will jedenfalls an Bord bleiben und die acht neuen Besatzungsmitglieder im Empfang nehmen. Die Gangwaywache muss auch abgesichert sein.
Weiter geht es 2. Woche
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