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Monday, 26. August 2019
   
Robert Kuehn

 
Weihnachtsgeschichte - 11/12/2009 11:28 Friede auf Erden

…und den Menschen ein Wohlgefallen


Nikolas war als junger Kerl gern zur See gefahren. Da war die Welt an Bord und an Land noch in Ordnung. Gerade wo es interessant war lagen die Schiffe manchmal wochenlang in den Häfen. Kurz: es war eine Wonne, zur See zu fahren. Der Abschied von zu Haus fiel ihm nicht schwer; eine Freundin, die wegen des Abschieds heulen würde, hatte er nicht.

Dann hatte er eine Freundin, die Maria. Gut, der Abschied bedrückte ihn, aber die Aussicht auf Schiff, Meer und gute Kameradschaft machte ihm den Abschied dann doch leicht, leichter als seiner Maria. Sie hat nie geschrieben, wie sehr sie unter dem Abschied gelitten hat. Nach einigen Tagen glaubte sie, die Trauer des Abschieds überwunden zu haben, freute sich auf jeden Brief, auf jedes Gespräch von See.

Sie haben geheiratet und Nikolas hat, wie es die meisten Seeleute tun versprochen, „baldmöglichst" an Land zu gehen. Und wie es viele (die meisten ?) Seeleute tun, konnte er sich nicht entschließen, sein Versprechen einzulösen.

Er fuhr also weiter zur See, nahm den Schmerz des Abschieds auf sich und verdrängte das Wissen um den Abschiedsschmerz seiner Frau. Es war schon wenige Tage nach dem Auslaufen eine glückliche Zeit an Bord.

Ihre Tochter war ein Wunschkind. Nikolas hatte das Glück, gerade auf Urlaub zu sein als seine Maria niederkam. Er war in seine Tochter verliebt, trug sie stundenlang mit sich herum, sang ihr etwas vor, von dem er nicht wusste, was es war, nur, dass es die Lütte beruhigte und war glücklich, gelegentlich ihre Pampers wechseln zu dürfen.

Als den Eltern bewusst wurde, dass Nikolas‘ Urlaub in den nächsten Wochen zu Ende ging, zogen sie sich voreinander zurück. Nikolas‘ Liebe zu seiner Tochter lenkte ihn wohl vom nahenden Abschied ab, erzeugte in ihm aber eine unterschwellige Angst, als könnte er Frau und Kind verlieren.

Maria und Nikolas igelten sich ein, verbargen ihre Gefühle voreinander, und doch wusste jeder, wie es im Anderen aussah.

So verabschiedeten sie sich voneinander äußerlich so kalt, dass ein unbefangenen Beobachter frieren müsste

Das ging solange gut, wie die Lütte ihren Vater noch nicht bewusst wahrnahm. Sie musste ungefähr ein halbes Jahr alt gewesen sein, als Maria ihm nach dem Urlaub am Telefon sagte, dass die Lütte sich zum ersten Mal nach seinem Abschied verändert gezeigt hatte. Sie würde viel weinen, schliefe unruhig und sei ein schlechter Esser geworden.

Nikolas war nach einer Woche wieder da, weil das Schiff wegen einer Kollision an die Werft musste. Nun lachte die Lütte, wie sie zuvor noch nie gelacht hatte wenn sie ihren Vater wiedersah , schlief ganz ruhig und aß gut. Nikolas war beruhigt. Nach kurzer Werftzeit ging das Schiff wieder nach See zu und das Kind benahm sich wieder wie nach der vorigen Trennung. Maria hat es dieses Mal weder geschrieben noch am Telefon gesagt. Die Lütte sei glücklich und zufrieden und würde sich prachtvoll entwickeln.

Der nächste Urlaub war ein gutes halbes Jahr später. Nikolas wurde Zeuge eines ungeheuren Wachstums, Zeuge täglicher Überraschungen, die alle Freude auslösten, zu der ein Mensch fähig ist. Die Lütte entwickelte eine so innige Zuneigung, eine Liebe zu ihrem Vater, dass ihm schon beim Gedanken an den Abschied tief im Innern unwohl wurde.

Die Eltern überlegten, ob sie dem Kind den Abschiedsschmerz zumuten wollten oder ob Nikolas heimlich verschwinden sollte.

Sie spielten also Theater und sprachen in Gegenwart des Kindes nicht vom nahenden Abschied. Nikolas hat hat sich dann, als die Lütte schlief ohne Abschied aus dem Haus geschlichen. Ihm war nicht wohl. Er kannte seine Tochter inzwischen so gut, dass die Rechnung nicht aufgehen würde: sein Entschluss, heimlich zu verschwinden würde die Lütte tief treffen.

Diese Erkenntnis und die seiner Schuld hat ihn die ganze Reise nicht verlassen. Maria hat darüber nichts geschrieben. Nikolas dachte einmal: „Sie will mich nur schonen!"

Er kam mit einem Kollegen ins Gespräch. Jeder Seemann, der Vater war hatte mit diesen Schuldgefühlen, den Selbstzweifeln zu tun gehabt. Der Kollege meinte, ihn zu beruhigen : „Damit lernst du im Laufe der Jahre umzugehen!" Er lachte auf eine hintergründige Weise: „Dann hast du einen Betonblock im Bauch, der dich vorm Wahnsinn schützt!"

Das Gespräch hatte Nikolas ruhiger gemacht und er spürte tatsächlich, dass ihn irgend etwas vor der Trauer und dem Absturz bewahrte. Die Abwesenheit von Trauer empfand er nach einigen Tagen als unheimlich. „Liebst du deine Familie nicht mehr? War deine Liebe zu Frau und Kind nur Einbildung gewesen ?" Seine Liebe zu Frau und Kind vertrug sich einfach mit dem Betonblock im Bauch nicht. Er wollte die Liebe zu Frau und Kind wieder spüren, die Trauer zulassen.

Er wusste nun, dass er die Trauer und den Abschiedsschmerz auf Dauer nicht ertragen würde. Immer häufiger beschäftigte er sich mit dem Gedanken, an Land zu gehen. Und dieser Gedanke tröstete ihn und er empfand es, als würde ihm ein Stück der Schuld genommen.

Ein letztes Mal packte ihn der Schmerz, als er ein Jahr später, wieder gegen seinen Willen, wie ein Dieb vor seiner Tochter aus dem Haus flüchtete . Kurz nach dem Auslaufen rief er zu Hause an. In die Stimme seiner Frau mischte sich eine herzzerreißende Kinderstimme . Er glaubte, abzustürzen, und es hat eine ganze Weile gedauert bis er wieder auf den Beinen stand.

Er tat seinen Dienst, wie es von ihm verlangt wurde, zog sich aber völlig zurück. Dass er beobachtet wurde wusste er. An Bord beobachtete jeder jeden. Er reagierte mit Zurückweisung auch dann, wenn sich ein Kollege ihm freundschaftlich und hilfreich näherte.

Im September klappte er zusammen, musste ins Krankenhaus in Westafrika und wurde, als sein Zustand wieder stabil war, mit dem Flugzeug nach Haus geschickt.

Lange Wochen hindurch hat ihn die Lütte, jedes Mal wenn er aus dem Haus ging , ängstlich gefragt: „Kommst du auch wieder ?" Und jedesmal wurde Nikolas an seine heimlichen Fluchten erinnert, die er sich nie verzeihen konnte.

Seit dem vierten Advent war es mit einem Mal damit vorbei. Nun konnte Weihnachten werden.

Robert R. Kühn

Weihnachten 2009
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